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Die Geschichte der Typografie: Von Hieroglyphen bis zu Helvetica – 99designs

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Im Laufe der langen Geschichte der Typografie haben wir so ziemlich alles genutzt, um unsere Texte schöner und lesbarer zu gestalten: Schwanenfedern, Pinsel, geschnitzte Holzblöcke und sogar Metall. Wir haben unsere Technik weiterentwickelt und Druckerpressen erfunden, um sie so zu reproduzieren. Und während Stile und Designs kommen und gehen, haben moderne Technologien wie das Web und Smartphones dafür gesorgt, dass sich Typografie immerzu und erheblich verändert.

Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Typografie, um heutige Designs genauer zu erklären und herauszufinden, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir heute sind.

Die Geschichte der Typografie: Wo beginnen wir?

  1. Was ist Typografie?
  2. Frühe Typografie
  3. Schildermalerei
  4. Druck und bewegliche Lettern
  5. Stile und Motive
  6. Digitale Schriftarten
  7. Typografie heute
Lustige Illustration eines der frühesten Beispiele für Typografie: die Ära der Höhlenmenschen

Was ist Typografie?

Typografie ist die Kunst, Schrift so zu arrangieren, dass geschriebener Textual content lesbar und optisch ansprechend für Leser und Leserinnen wird. In dem Second, in dem wir damit begannen, Symbole zu nutzen, um eine Idee zu verkörpern, erfanden wir das Schreiben. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Schreibstil weiter, wurde zur Kunstform und brachte – mit unterschiedlichen Buchstabenformen und Laufweiten – Texte hervor, die sowohl wunderschön als auch voller Bedeutung waren.

Die meisten Menschen assoziieren den Begriff Typografie mit digitalen Schriftarten, aber auch Hieroglyphen, Kalligrafie und Schildermalerei sind Formen der Typografie. Das Wichtigste an allen Texten ist, dass andere sie problemlos verstehen können. Im Gegensatz zu Geheimschriften oder heiligen Symbolen, die nur von wenigen verstanden werden sollen, ist geschriebener Textual content für die Massen gedacht. Das bedeutet, dass Design und Stil des Textes intestine lesbar und stimmig sein sollten.

Zunächst einmal ein paar kurze Definitionen:

  • Schriftarten bezeichnen das Design oder den Stil der Buchstaben;
  • Fonts beschreiben die Größe oder Stilvarianten;
  • Punkt ist die Grundeinheit zur Angabe von Schriftgrößen.

Du könntest additionally eine Antiqua-Schrift in 12 Punkt kursiv nutzen. Viele Designschaffende verwenden die Begriffe Font und Schriftart heutzutage allerdings synonym und als ich zur Kunstschule ging, wurde der Begriff „Font“ tatsächlich für die digitale Variante einer Schriftart genutzt.

Römischer Text in Stein

Frühe Typografie

Hieroglyphen & Keilschrift

Die ersten typografischen Stile basierten auf den Techniken, mit denen Texte produziert wurden. Ägyptische Hieroglyphen tauchten zum ersten Mal um 3000 v. Chr. auf. Diese wurden auf Gips gemalt und dann eingemeißelt und in religiösem oder royalem Kontext verwendet. Später wurde die hieratische Schrift entwickelt, eine vereinfachte Variante für offizielle Dokumente. Hieratische Schrift wurde mit Tinte und einem Pflanzenstängel geschrieben.

ein Beispiel für alten hieratischen Text und Typografie

Zeitgleich zur hieratischen Schrift wurde in Keilschrift geschrieben, welche von den alten Sumerern Mesopotamiens (3.500 – 3000 v. Chr.) entwickelt wurde und als eine der ersten Schriften betrachtet wird, die von Kaufleuten verwendet wurde. Ihre charakteristische Keilform entstand durch die Kanten eines aus Schilfrohr gefertigten Schreibgriffels, der in eine feuchte Tontafel gedrückt wurde. Diese Artwork des Schreiben wurde später im Nahen Osten übernommen und noch genutzt, als das Römische Reich entstand. Das letzte bekannte Beispiel stammt aus dem Jahr 79 n. Chr.

Keilschrift

Entstehung der Serifen

Im Römischen Reich (27 v. Chr. – 476 n. Chr.) wurden Texte von Schildermalern auf Steinsockeln oder Säulen gemalt und dann von einem Steinmetz eingemeißelt. Dies führte zu Serifen, die kleinen Striche an den Rändern der Buchstaben, die durch die Verwendung des Meißels entstanden.

Aus diesem Textstil heraus entstanden die modernen Schriftarten, auch als Antiqua-Schriften bekannt, wobei die bekannteste Schriftart hier Trajan ist, die 1989 von Carol Twombly entworfen wurde. Sie basiert auf der Inschrift der Trajanssäule in Rom, die um 113 n. Chr. entstand. Die klassischen Ursprünge der Antiqua-Schrift verleihen ihr einen autoritären Stil, weshalb sie häufig für offizielle Dokumente verwendet wird. In römischen Texten wurden nur Großbuchstaben verwendet.

Beschriftung der Trajanssäule

Das Schreiben auf weichem Velinpapier oder Pergament ermöglichte kursivere Schriften und so entwickelte sich um 600 n. Chr. die Unzialschrift. Diese zeichnete sich durch Schnörkel, Ober- und Unterlängen sowie Überschneidungen der Buchstaben aus.

Von 715 – 800 n. Chr. wurde Minuskelschrift von Mönchen verwendet, um ihre heiligen Schriften niederzuschreiben.
Sie nutzten schräg angeschnittene Federspitzen für ihre Kalligrafie, welche mit farbenfrohen Bildern und handgezeichneten Illustrationen unterlegt warfare, wobei häufig jedes Kapitel von einer anderen Individual gezeichnet wurde. Um 800 n. Chr. entwickelte sich eine vereinfachte Variante. Das irische Evangelium The E book of Kells hatte ein einzigartiges Aussehen und lokale Variationen, die entstanden, weil ein Mönch den Textual content eines anderen kopierte, wurden weiter ausgearbeitet, bis sich ein unverwechselbarer und individueller Stil herausbildete.

Seite aus dem Evangelium nach Johannes

Schildermalerei

Schilder sind überall: an Straßenecken, in Geschäften, in Fabriken und auf Reklametafeln. Manche sind kunstvoll und dekorativ, andere einfach informativ, aber über Tausende von Jahren wurden sie alle von Schildmachern von Hand gemalt.

Schildermalerei als antike Kunstform

Die Kunst der Schildermalerei mit Farbe und oftmals vergoldeten Pinseln ist uralt und begann mit der Entstehung der Städte. Von dem Second an, in dem Geschäfte und Dienstleistungen in verschiedenen Straßen ausfindig gemacht werden mussten, warfare es notwendig, jedes Geschäft und seine Dienstleistung zu kennzeichnen.

Ich habe antike Schildermalerei in der römischen Stadt Pompeji (in der Nähe des heutigen Neapel) gesehen, die nach dem Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr. unter Asche begraben wurde. Die Überreste des Schildes waren ein kunstvolles Image, das an einer Straßenecke die Richtung zum nächsten Bordell zeigte.

Die Berühmtheit des britischen Pub-Schildes

Tatsächlich wurden solche Piktogramme aufgrund des hohen Analphabetismus in den westlichen Städten bis zum Industriezeitalter verwendet. Wappenschilder an Toren vermittelten in ganz Europa Familiennamen und Besitzverhältnisse und obwohl Schilder an Gasthäusern schon seit der Römerzeit verwendet wurden, wurde das Pub-Schild in England offiziell von König Richard II. im Jahr 1393 eingeführt. Damals schrieb ein königliches Gesetz vor, dass Bierschänken draußen ein Schild aufstellen mussten, anhand dessen der offizielle Bierverkoster sie identifizieren konnte.

Red Lion pub schild

1603 befahl Jakob I., dass der rote Löwe Schottlands an allen Gebäuden einschließlich Tavernen gezeigt werden musste, wodurch The Purple Lion über Nacht zum weit verbreitetsten Pub-Namen wurde! Pub-Schilder sind eine Kunstform für sich und obwohl ich selbst bisher nur eines gemalt habe, warfare es eine ganz schöne Herausforderung.

Als im 18. Jahrhundert immer mehr Menschen lesen konnten, erleichterten es sogenannte Copybooks – die Portfolios der Schildermaler – eine Schriftart für die Ladenfassade auszuwählen.

In Großbritannien erreichte die Schildermalerei im viktorianischen Zeitalter ihren Höhepunkt. Schaufenster, Reklametafeln und Kanalboote warben für ihre Dienstleistungen mit Texten, die mit Ornamenten und Schnörkeln verziert waren.

Die Schildermalerei folgte ihren eigenen Traits, ohne Einschränkungen bei Farbe oder Stil und wurde immer ausgefeilter und kunstvoller, besonders mit dem Aufkommen bezahlter Reklametafeln entlang der neuen Bahnhöfe.

Die Digitalisierung der Schildermalerei

Schildermalerei ist eine alltägliche Kunstform, die sich bis ins 20. Jahrhundert fortgesetzt hat, doch zu Beginn der 1990er Jahre verdrängte das Zeitalter der Computergrafiken und selbstklebenden Plastikfolien diesen altehrwürdige Beruf.

Ich selbst habe in den 90ern eine Zeit lang als Schildermalerin gearbeitet, obwohl dieser Beruf damals schon in den letzten Zügen lag. Während ich handgezeichnete Sicherheitsschilder in einer Fabrik anfertigte, kam die erste Desktop-Publishing-Software program in die Büros. Zusammen mit den geringeren Kosten eines Kopiergeräts, verschwanden handgezeichnete Schilder (und mein Job) innerhalb von Monaten.

Dekorative Beschriftung eines Schilds

Druck und bewegliche Lettern

Als Texte noch von Hand vervielfältigt werden mussten, dauerte die Anfertigung eines Buchs Monate und warfare so teuer, dass nur der Adel und die Kirche es sich leisten konnten. Mit dem Aufkommen des Kaufmannsstandes in Europa im 13. bis 14. Jahrhundert stieg allerdings die Nachfrage nach Büchern, da immer mehr Menschen lesen konnten. Informationen und Wissen zu sammeln warfare Teil des Geschäfts, daher wurde eine schnelle und günstige Methode, Texte massenweise zu produzieren, erforderlich.

Vom Blockdruck zum ersten Buchdruck

In China tauchten im Holzschnitt gedruckte Zeichen auf Papier (die ursprünglich genutzt wurden, um florale Muster auf Seide zu drucken) zum ersten Mal während der Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.) auf. Der koreanische Druck stammt mindestens aus dem Jahr 715 n. Chr., wie archäologische Funde aus der Seokgatap-Pagode in Südkorea zeigen.

Westlicher Xia-Holzblock zum Drucken

Man nahm an, dass aufgrund der hohen Alphabetisierungsrate der Bevölkerung eine große Nachfrage nach buddhistischen Texten herrschte. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wurde ein Verfahren zur Massenproduktion und eine Variante einer Druckpresse genutzt, bei der Tontafeln mit Schriftzeichen als bewegliche Lettern verwendet wurden. Der Ton wurde später durch geschnitzte Holzblöcke ersetzt und in China entstanden später Varianten aus Bronze.

Ein Downside warfare allerdings die hohe Anzahl an Zeichen, die in chinesischen und koreanischen Texten benötigt wurde. Im Gegensatz zu den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets, waren mehrere Tausend verschiedene Zeichen erforderlich. Doch um das Jahr 1234 wurden in China für den Druck ritueller Bücher dann bewegliche Lettern aus Metall verwendet, in Korea um 1377.

All diese Texte wurden mit Druckfarbe auf Wasserbasis gedruckt und konnten daher lediglich auf eine Seite des Papiers gedruckt werden.

Holzblöcke zum Bedrucken

In der westlichen Welt dauerte die Mechanisierung des Buchdrucks noch bis zum 15. Jahrhundert und der Erfindung der Druckerpresse durch Johannes Gutenberg.
Er entwickelte eine zur Weinherstellung genutzte Spindelpresse zur Druckpresse weiter. Aufgrund seiner Methode, Papier auf die Schrift zu pressen, und seiner ölbasierten Druckfarben, konnte er beide Seiten des Papiers bedrucken (allerdings nicht in einem Durchgang).
Gutenberg nutzte sein Wissen als Goldschmied, um seine Metalllettern aus einer Mischung aus Blei, Zinn und Antimon herzustellen, die es ihm ermöglichte, seine Schrift schnell und präzise aus Formen zu fertigen. Er warfare vermutlich auch der Erste, der einen Setzkasten verwendete, welcher ungefähr 290 Zeichen enthielt. Dabei handelte es sich um einen Kasten mit verschiedenen Fächern, in denen die Lettern lagen. Die Groß- und Kleinbuchstaben hatten jeweils ihren eigenen Kasten. Die Schrift wurde für jede Seite per Hand von Schriftsetzern gesetzt.

Dann wurden die Wörter und Zeilen zu Seiten zusammengefügt, indem man die Buchstaben aneinandersetzte und mit dünnen Bleisplittern Abstände zwischen den Wörtern schuf. Diese Abstände nennt man Zeilendurchschuss. Alles wurde fest von einem Rahmen oder einer Kind zusammengehalten. Die Kind wurde in der Druckpresse platziert, mit Druckfarbe eingefärbt und schließlich das Papier darüber gelegt. Dann senkte sich die Presse, um zu drucken. Diese neue Erfindung verbreitete sich schnell und um 1480 gab es nachweislich Hunderte von Druckern, die in ganz Europa tätig waren.

Die Standardisierung von Schriftarten und Laufweite

Frühe Druckpresse

Die Verwendung beweglicher und wiederverwendbarer Lettern und die massenhafte Vervielfältigung erforderte nun eine Standardisierung der Schriftarten und -größen.

Da Drucken teuer warfare, wurde für Flugblätter in der Regel kleine Schrift verwendet. Und im Jahr 1501 entwarf Aldus Manutius kursive Schrift, um mehr Textual content auf einer Seite platzieren zu können. Spalten, Blocksatz und Worttrennung ermöglichten ebenfalls mehr Textual content auf engem Raum. Verzierungen, Symbole und extravagante Serifen wurden größtenteils entfernt.

Die Notwendigkeit von dichtem Textual content und guter Lesbarkeit führte dazu, dass mehrere Schriftarten entwickelt wurden, die Schriftsetzer nutzen konnten. Die gebrochene Schrift wurde von Gutenberg entwickelt und für die berühmte Gutenberg-Bibel genutzt, die um 1455 gedruckt wurde. Um 1470 herum schuf Nicolas Jenson eine Antiqua-Schrift basierend auf den antiken Texten auf römischen Monumenten.

Rekonstruierter Gutenberg-Pressbogen
Letterpress-Schriften

Stile und Motive

Mit der Verbreitung des Drucks stieg auch der Wunsch nach unterschiedlichen Schriftstilen. Um 1728, als William Caslon seine Schriftgießerei gründete, ein Unternehmen, das Schriftarten entwirft oder vertreibt, hatte er bereits mehrere Schriften und Musterblätter hergestellt, die die Schriftart und Bandbreite der verfügbaren Zeichen zeigten. Die meisten seiner Schriftarten basierten auf römischen oder gotischen Stilen. Er hatte auch ein paar nahöstliche Schriftarten im Angebot, einschließlich Hebräisch und Armenisch. Caslons Schriftarten waren bekannt für ihre Klarheit und Eleganz und viele Schriftarten, die seinen Namen tragen, werden noch heute verwendet.

Zu den erwähnenswerten Schriftarten, Schriftgießereien oder Designern, die auf Caslon folgten, zählen John Baskerville, der eine Antiqua-Schrift mit dicken Linien entwarf, Firmin Didot (1780) und Giambattista Bodoni, der eine Antiqua-Schrift im modernen Stil kreierte. Die von diesen Designern entwickelten Schriftarten – oder zumindest ihre modernen, digitalen Varianten – gibt es noch heute.

the Baskerville typeface
Die moderne Model der Baskerville-Schrift von Paul Hunt, Public area, through Wikimedia Commons
Example of Bodoni typeface
Ein Beispiel der Bodoni-Schrift von 42-line, Public area, through Wikimedia Commons

Um die Jahrhundertwende herum griffen die Themen und Stile der Kunstwelt auf die Typografie über. Die von floralen Motiven geprägte Jugendstil-Bewegung des vorigen Jahrhunderts machte Platz für die sehr viel geometrischere Artwork déco-Bewegung, die zum Image der 1920er Jahr wurde. 1915 entwarf Frederic Goudy die Schriftart Goudy Previous Fashion. Goudy warfare hauptberuflicher Schriftgestalter und schuf viele verschiedene Schriftarten, einschließlich Copperplate Gothic und Kennerly Old Style.

Beispiel für die Schriftart Goudy Old Style

In der Vorkriegszeit der 30er Jahre entstand der Brutalismus der Moderne mit der Schriftart Bauhaus, bei der es sich um eine serifenlose Schriftart handelte, was bedeutet, dass die Schrift keinen klassischen Kringel am Ende der Buchstaben hatte. Die Schriftart Bauhaus wurde in der gleichnamigen Kunstschule (1919 bis 1933) entwickelt. Sie basierte auf der Schriftart Common von Herbert Bayer aus dem Jahr 1925 und folgte dem Motto der simplen Kind und Funktion der Moderne. Der Bauhaus-Professor László Moholy-Nagy sagte 1929: „Typografie muss Kommunikation in seiner eindringlichsten Kind sein. Der Schwerpunkt muss auf absoluter Klarheit liegen.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich sowohl in Europa als auch den USA ein neuer Optimismus breit. Bessere Druckmethoden und die Ära der Boulevardzeitungen und -magazine brachten den Futurismus als Stil hervor. Die Rückkehr zum Minimalismus führte dazu, dass die Schriftgestalter Matthew Carter, Max Miedinger und Edouard Hoffmann die Schriftart Helvetica für die Schriftgießerei Linotype entwickelten. Auch andere serifenlose Schriften wie Futura kamen auf den Markt.

In den 60ern fand sich überall Futurismus mit Weltraummotiven, populär gemacht durch reale Mondlandungen, die Fernsehserie Star Trek und neue Technologien, durch die sich in der Druckindustrie neue Möglichkeiten eröffneten.

Abstraktes Design der 60er Jahre

Mit Beginn der 70er Jahre hatten Pc ihren großen Durchbruch, ebenso wie die Schriftart Knowledge von Bob Newman, die auf Computeranzeigen basierte. Newman designte zudem die Schriften Frankfurter und Pump Doll, die mit ihren dicken, rundlichen und üppigen Formen zu den bedeutendsten Schriften der 70er Jahre zählen. Der billige Vollfarbdruck inspirierte die bunten 70er Jahre mit ihrem theatralischen Aptitude und ihrem psychedelischen Stil.

Das Aufkommen digitaler Schriftarten

In den 70er und 80ern veränderte sich die Artwork und Weise, wie Schriftarten und Fonts kreiert wurden, wesentlich. Das analoge Zeitalter des Schriftsetzens ging in das digitale Zeitalter über.

Als ich in den 80ern an der Kunsthochschule studierte, musste sämtliche Typografie noch mithilfe von Linealen von Hand gezeichnet werden und es gab keinerlei computergestütztes Design. Das Buch Letraset enthielt gedruckte Kopien aller verfügbaren Schriftarten, warfare ein Muss für alle, die Grafikdesign studierten, und wurde hauptsächlich zum Nachzeichnen verwendet. Am School durfte die einzige Compugraphic-Setzmaschine, mit der Schriften für den Druck erzeugt werden konnten, nur genutzt werden, um die Abschlussarbeit zu drucken, weil ihre Nutzung so teuer warfare.

Die Compugraphic-Setzmaschine warfare ein analoges System zur Erstellung von Schriftarten, die ein fotografisches Verfahren verwendete. Ein Bild der Schrift wurde an einem Karussell-Mechanismus befestigt, bevor das Licht durch diesen auf Fotopapier projiziert wurde. Dieses wurde dann wie ein Foto in chemischen Bädern behandelt. Das Ergebnis warfare ein langer Textstreifen.

Setzmaschine und Prozessor

Jede Schriftart enthielt unterschiedliche Fonts: kursiv, schmal, breit, groß, klein, fett. Jede dieser Fonts hatte unterschiedliche Größen, von 4,5 bis 72 Punkt. Es gab nur ein paar wenige Schriftarten: eine Sans-Serif für Überschriften, z. B. Helvetica; zwei oder drei Schriftarten für Fließtexte, z. B. Garamond, Instances Roman, Caslon; und dann eine Script für die schicken Sachen wie Hochzeitseinladungen.

Dass es nur so wenige Fonts gab, lag daran, dass Schriftarten teuer waren. Der Textual content wurde über einen monochromen Bildschirm und eine Tastatur eingegeben, wobei es sich allerdings nicht wirklich um eine Echtzeitdarstellung (WYSIWYG) handelte. Das heißt, man konnte auf dem Bildschirm nicht wirklich sehen, wie die Schrift aussah, da sie nur als Code eingegeben wurde.

Du konntest deinen Textual content erst sehen, wenn du ihn ein paar Tage später als Fotodruck auf einem langen, dicken Streifen Papier geschickt bekamst. Man musste den Textual content aufkleben, ihn mithilfe blauer Bleistiftlinien ausrichten, dann mit einer großen Kamera ein Negativ von seinem Werk machen und eine Druckplatte erstellen.

Das erste Mal, dass ich ein digitales System genutzt habe, warfare 1991, nur zwei Jahre nachdem ich die Kunstschule verließ. Das Programm hieß Ventura Publisher und lief auf einem PC. Ich erinnere mich, wie ich damit Schilder und Hinweise für eine Fabrik erstellt habe, indem ich den Textual content auf einem Matrixdrucker ausdruckte. Nach heutigem Maßstab warfare das alles eher einfach, aber dieser winzige PC enthielt bereits mehr Schriftarten als die riesige Compugraphic-Setzmaschine an meiner Uni.

Ungefähr zu jener Zeit läuteten die Entwicklung des Apple Macintosh und Programme wie PageMaker und QuarkXpress schließlich die Zeit des WYSIWYG-Schriftsetzens ein. Digitale Schriftarten werden mithilfe mathematischer Vektoren gezeichnet (gerendert). Dabei handelt es sich um Punkte im Raum, an denen Linien anfangen und enden. Dies bedeutete, dass sie von Computern leichter gespeichert und abgerufen werden und ihre Größe verändert werden konnte. TrueType und Postscript sind Vektorschriften und können vergrößert werden, ohne an Qualität zu verlieren.

Als Desktop Publishing (DTP) für Druck- und Designfirmen erschwinglicher wurde, sah man plötzlich Texte in Anzeigen und auf Postern. Es gab Textual content, der sich um ein Emblem wölbte, Schlagschatten, viele Schriftarten im selben Design und in hellen Farben. Man kann sagen, dass sich in den 80ern und 90ern alles um digitales Design und Schriftarten drehte.

Moderne Ikonen

Katharine Hamnett in Slogan-T-Shirt trifft Margaret Thatcher

1982 wurde die ikonische Schrift Arial von Robin Nicholas und Patricia Saunders für Monotype designt, ein Unternehmen, das sich auf digitale Schriften und Schriftdesign spezialisiert hat. Zusammen mit Helvetica und Verdana funktioniert Arial auch heute noch auf kleinen Bildschirmen. Am anderen Ende des Spektrums gab es in den 80er Jahren auch neue Traits in der Typografie, die sich mit Mode und Politik kreuzten. Die Designerin und Aktivistin Katherine Hamnett verwendete die große, fette Schriftart Influence für ihre berüchtigte Kollektion von Slogan-T-Shirts.

1996 entwickelte Microsoft „Core fonts for the Internet“, ein Paket mit Standardschriftarten für das Web im TrueType-Format (Vektor). Wenn du additionally Home windows nutzt, nutzt du vermutlich eine dieser Schriftarten. Auf dem Mac gibt es eigene installierte Schriftarten, einschließlich Schriften wie Helvetica und Calibri.

Tambo typography logo
Tambo-Emblem und Markentypografie von Rahajoe

Typografie heute

Zur neuesten Entwicklung in der Typografie zählen die Erstellung variabler Schriftarten, entwickelt von Apple, Microsoft und Adobe. Diese verwenden eine einzelne Schriftart als Vorlage und der Pc macht daraus unterschiedliche Schriften, was heutzutage aufgrund der hohen Rechenleistung der Geräte möglich ist.

Neben dem eigentlichen Ergebnis hat sich auch der Designprozess an sich weiterentwickelt. Auch wenn einige Schriftdesigner und -designerinnen in der frühen Designphase noch immer Stift und Papier nutzen, ist es üblicher, Buchstaben mithilfe von Illustrationsprogrammen wie Adobe Illustrator zu erstellen. Solche Programme bieten eine schnelle und präzise Möglichkeit, um Kurven und perfekt gerade Linien in jedem Winkel zu spiegeln und zu duplizieren.

diversity type project buchstaben

Genau wie bei jeder anderen Kunstform auch suchen Designschaffende Inspiration und Sinn in allen Facetten des Lebens. Das Diversity Type Project wurde 2021 through Crowdsourcing ins Leben gerufen. Es präsentiert Buchstaben und Zahlen des lateinischen Alphabets, die von Kunstschaffenden mit unterschiedlichen Identitäten, Kulturen und Ausdrucksformen neu interpretiert werden, um die Vielfalt zu feiern und ein Gespräch über Inklusion anzustoßen.

calendar typography designs
Fantastische Schriftdesigns von OHO
calendar typography designs

Moderne Schriftarten können ziemlich subtil sein und die dicken Striche der grellen 80er und 90er haben sich weiterentwickelt, auch wenn es durchaus noch viele Retro-Schriften gibt. Das Aufkommen des Internets, der sozialen Medien und die Nutzung von Smartphones führen dazu, dass immer mehr aufregende, progressive Typografie designt und weltweit geteilt wird.

Fazit

Angesichts der Menge und Vielfalt der heutigen Schriftarten und wie günstig sie sind, ist es vielleicht überraschend, dass professionelle Designschaffende sich in ihren Designs auf drei oder vier Schriftarten beschränken. Dies zeigt, dass unabhängig davon, wie fortschrittlich Typografie auch wird, es wichtig ist, deinen Look zu finden und ihm treu zu bleiben. Neben einer starken, unverwechselbaren Markenidentität steht immer die Lesbarkeit an erster Stelle.

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